Willkommen auf der Homepage des DFG-Forschungsprojekts
Beziehungsbiographien im sozialen Wandel.
Auf den folgenden Seiten präsentieren wir erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Beziehungsbiographien im sozialen Wandel“ des Institus für Sexualforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Grundlage dieses Berichts sind 776 Interviews, die wir im Frühjahr 2002 mit 30jährigen, 45jährigen und 60jährigen Frauen und Männern in Hamburg und Leipzig geführt haben. Worum geht es?
Frauen und Männer heiraten heute seltener und später. Scheidungen werden häufiger. Unterschiedliche Formen nichtehelicher Beziehungen etablieren sich neben der Ehe. Trennungen von Familien führen dazu, dass immer mehr Kinder nicht mehr bei beiden Eltern aufwachsen. Die Ehe hat ihr Monopol verloren, Sexualität zu rechtfertigen und Beziehungen und Familien zu definieren und zu legitimieren. Heute ist ein Paar dort, wo zwei Menschen sagen, dass sie eines sind, unabhängig vom Familienstand und unabhängig vom Geschlecht des Partners; und Familie ist dort, wo Kinder sind, unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet sind, das Kind in einem oder zwei Haushalten aufziehen oder einer von ihnen alleine – oder zusammen mit anderen Partnern.
Dieser Wandel von Beziehungen und Familien verändert die
Gesellschaft einschneidender als die „Sexuelle Revolution“ der späten 1960er
und 1970er Jahre mit ihren liberaleren sexuellen Verhaltensweisen und der freieren
Sexualmoral. Beide „Revolutionen“, die sexuelle wie die familiäre oder
partnerschaftliche, hängen allerdings eng miteinander zusammen. Am Beispiel
von drei Generationen wollen wir diesen Wandel beschreiben und zugleich untersuchen,
wie Männer und Frauen mit den Veränderungen zurechtkommen.